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Der wahre Chef bin ich

14 „Die Leute von der Spedition haben grad ange- fangen. Ich denke, dass wir am frühen Nachmittag den Möbelwagen voll haben und starten können“, antwortete mein Zweibeiner. Jetzt war es also raus. Umzug. Wir verließen die nette Wohnung und zogen woandershin. Wir? Hof- fentlich galt das auch für mich. Wer konnte wissen, was die da vorhatten? Ich war ja noch nie umgezo- gen. Zumindest nicht mit Menschen. Der einzige Umzug, den ich kannte, das war, als sie mich beim Züchter abholten und mitnahmen. Ich war damals noch ein Winzling gewesen, ge- rade mal zwölf Wochen alt, mit Mutter und vier Ge- schwistern. Da haben sie mich rausgerissen aus mei- ner frühkindlichen Idylle. Das war ein Schock, der mich wochenlang lähmte, und ich pinkelte und kackte in der Zeit überall hin, was meine erste Zeit als Einzelhund auch nicht leichter machte. Woher sollte ich also wissen, wie ein Umzug bei den Menschen aussah? Hunde ziehen selbst ja nicht um. Sie haben ihr Revier, das sie kennen und das sie auch verteidigen. Warum woanders hingehen, wenn das vertraut ist und man dort seine Freunde kennt. Und die Feinde natürlich auch. Woanders bist du dann der Störenfried und musst dich gegen fremde Hunde verteidigen und dir ein Revier aufbauen. Wie unnötig. Aber als Hund hast du es manchmal ziemlich schwer, die Menschen zu verstehen. Sie sind oft ein- fach nur kompliziert.

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