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Natur und Kulturführer Chiemsee

tischen Lokalgottes Bedaius, wie zahlrei- che in der Umgebung gefundene Wei- healtäre mit Inschriften vermuten lassen. Mindestens seit dem Ende des 2. Jahrhun- derts lag in Bedaium eine kleine Truppe, die für Unterhaltung und Überwachung der Straße und des Hafens zuständig war. Am Ende des 3. und 4. Jahrhun- derts sicherte an der Stelle der heutigen Kirche ein Kastell den Ort und die Brü- cke. Bald nach 400 zog das Militär ab. Aus dem römischen„Bedaium“ wurde das frühchristliche „Potena“ und schließlich das mittelalterlich-bayerische „Prucca“ als Vorläufer des heutigen Seebruck. Auf dem Platz des ehemaligen römischen Kastells steht heute die Kirche St. Thomas und St. Stephan, deren Bau (1474-1478) vom Meister Jörg aus Schnaitsee stammt. Auch der bekannte bayerische Heimat- dichter Ludwig Thoma, dessen Mutter das „Gasthaus zur Post“ betrieb, war oft Gast in Seebruck. Der Brückenplatz Seebruck blickt auf eine mehrtausend jährige Sied- lungsgeschichte zurück. Kontinuierliche Bodenforschung legte ein faszinieren- des Bild der Vergangenheit frei, das der Besucher im Römermuseum Bedaium in überschaubarer und wissenschaftlich untermauerter Form dargestellt findet. Seebruck gilt heute in Fachkreisen als einer der besterforschten Römerorte in Bayern. In zahlreichen Grabungskam- pagnen durch das Landesamt für Denk- malpflege konnten neben der archäo- logischen Freilegung und Vermessung antiker Gebäudereste, riesige Mengen an Kleinfundmaterial wie Glas, Keramik, Münzen, Metallgeräte und Schmuckge- genstände sichergestellt und dem Mu- seum zur Verfügung gestellt werden. Die Ausstellung im Römermuseum, deren Einrichtung die Prähistorische Staats- sammlung in München besorgte, die das Museum auch wissenschaftlich und kon- servatorisch betreut, gibt davon einen hervorragenden Überblick. Didaktisch gelungene Bildtafeln, Graphiken und aus- gewählte Exponate vermitteln im Erdge- schoss des Museums eine Einstimmung in das museale Anliegen. In hellen Aus- stellungsräumen im oberen Stockwerk werden in 18 modernen Schauvitrinen dem Besucher die Exponate präsentiert. Mit Hilfe von mehr als 500 Schaustücken wird ein historischer Bogen gespannt, der von der Vorgeschichte, über die Stein- und Bronzezeit bis hin zu den frü- hen Kelten reicht. Daran schließen sich Nachbau eines Keltengehöfts bei Stöffling Knochen und Zähne des Siegsdorfer Mammuts 9 I. NATUR & KULTUR AM CHIEMSEE

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