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Chiemseejazz

19 „Nein“, sagt der Stocker, „aber schauen Sie doch mal Ihre Gat- tin an. Die geht hier drin ein wie eine Rose ohne Wasser. Da wüsst ich schon was anderes für Sie beide.“ Die Susu lächelt den Stocker dankbar an, streckt ihrem Schei- benhändler die Brust entgegen und sagt: „No, dann mechtmer schaun, was die Mann da hat, was meinst, Tigerchen?“ Das Tigerchen bleckt die Dritten und sagt: „Na dann schau- ma, dann sehn mirs schon.“ Und so fahren Sie im Chevy-Van vom Stocker die gewun- denen, engen Straßen den Berg hoch. Bis sie vor einer Villa stehen, mit einer breiten Treppe, die zu einer riesigen über- dachten Terrasse hochführt. Von da aus hat man einen un- fassbaren Blick über das Dorf, die Burg, den Hafen und raus aufs scheinbar unendliche dunkelblaue Meer. Ein Blick zum Süchtigwerden. In der Villa: um die siebzig Quadratmeter Wohnzimmer, nach zwei Seiten verglast, und wieder dieser Blick in die Unend- lichkeit. Ein mannsgroßer offener Kamin in der Ecke, offene amerikanische Küche mit Tresen. 4 Schlafzimmer, alle aufs Meer raus. Und eben alles, was sonst noch dazugehört. Ganz zu schweigen vom Grundstück: leichte Hanglage, ca. 2.000 Quadratmeter. Mit Pool, mit Grillhaus, mit, ach ich weiß nicht was noch alles. Auf jeden Fall kriegt die Susu den Ju- weliersblick. Weißt schon, dieses Stieren, dieses hypnotische, das manche Frauen beim Anblick von teurem Schmuck be- kommen. Sie streicht ihrem Tigerchen über den beachtlichen Bauch und gurrt: „Das ist meine Haus, gell, Tigerchen.“ Jetzt kommt die unvermeidliche Frage: „Wieviel?“ „950.000“, sagt der Stocker. „Bist deppert?“ „Nein“, sagt der Stocker, „sowas kostet eben sowas, aber wir

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