Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Chiemseejazz

18 det weiter: „Könnti ein gebrauch, wo sprikt gute deutsch.“ Das können die meisten Bayern schon ziemlich früh, denkt der Stocker und nickt. „Komme morge bei de zehne in de Immobilbüro, schauma, obbe du willst verkauf meine Häuse an deutsch Leut.“ Der John und seine Gang haben den Stocker wie den verlore- nen, oder besser gesagt, wiedergeborenen Sohn gefeiert, und es ist eine lange und feuchte Nacht geworden. So ist der Stocker am nächsten Morgen ziemlich verkatert runter ins Dorf gefahren, wo der Benito schon taufrisch im Büro bei einem caffè con leche saß. „Du kriegste zehn Prozente, unne hia, da habi Leut, wo sinde hia nechsta Woch für Haus. Petro, da sitze er, zeigt die Häus und gibbe dir de Schlussels.“ Jetzt war der Stocker also über Nacht und eine Paella zum Hausverkäufer aufgestiegen. Damals war das so, ich schwör‘s. Der erste Klient war ein österreichischer Unternehmer (Wind- schutzscheiben für Lkw en gros) mit seiner kroatischen Kata- logfrau. Slowa oder so ähnlich hat sie geheißen, aber er hat immer nur Susu zu ihr gesagt. Das Sagen hat sowieso sie, denkt der Stocker, wie er sie so an- schaut, die Susu. Also zeigt er den beiden erst mal was Günsti- ges ohne Meerblick. Hundert Quadratmeter mit Blick auf die Grünmüllhalde. Aber der Preis ist gut, um die 200.000 Mark waren das damals. Der Unternehmer sagt: „Passt, sowas tut‘s schon lang für den Urlaub.“ Stocker schaut auf die Susu und sagt zu dem Windschutz- scheibenkönig: „Wissen Sie was, das Haus verkaufe ich Ihnen gar nicht.“ Der Mann schnauft und meint: „Hamses ned nötig, der Herr? Mög‘n S‘ mei Geld ned?“

Pages