Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Chiemseejazz

13 Schlafzimmerfenster klopfen. Der hält eine große Sporttasche hoch und ruft: „Mach auf, du musst das für mich nehmen, schnell, steh auf.“ Der Stocker, schlaftrunken, sieht zur Rosi rüber. Aber die liegt auf dem Rü- cken und schnarcht. Wenn die erst mal schläft, könnte man alles mit der machen, denkt er sich. Da fällt ihm ein, dass die Rosi auch schon mal beim Sex eingeschlafen war, und am nächsten Morgen, da hatte sie zu ihm gesagt: „Hast du gestern noch lange gemacht?“ Durchs Fenster sieht der Stocker auch den Hirni stehen, unter einer Palme. Man sieht, dass sich mindestens zwei oder mehr in dem Riesenschnauzer streiten, was denn nun zu tun wär. Der Stocker, voll im Tran, macht das Fenster auf und nimmt die blaue, verschlossene Tasche. Schwer, so um die zehn Kilo, das Ding. Wie er wieder hochguckt, ist der John schon über die niedrige Natursteinmauer gesprungen und sprintet zurück zu seinem Haus. Die Rosi gurgelt im Traum, und der Stocker geht in die Küche und setzt sich ein Kaffeewasser auf. Kurz drauf, so gegen halb sieben, da rasen drei Polizeiautos von der Guardia Civil mit Blaulicht, aber ohne Sirenen an der Finca vorbei in Richtung Johns Haus. Um acht oder halb neun sind die dann wieder zurückgekommen, deutlich langsamer und ohne Blaulicht. Dann war auch der John wieder da, und sie haben einen Kaf- fee getrunken, in der Küche. „War eine Scheißrazzia“, sagt der John, „aber meine Jungs er- fahren das meist vorher. Nur heute war‘s ein bisschen knapp. Willst du wissen, was in der Tasche ist?“ Der Stocker schaut ihn an. Will ich‘s wissen? „Du hast was gut bei mir“, sagt der John, „irgendwas, irgend- wann, okay?“ „Unten in Orba, da gibts diesen alten Spanier, dem scheinbar

Pages