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Chiemseejazz

10 Der Costa-Blanca-Bauboom war damals, 1985 oder so, voll am Blühen. Mit Hausbau und Hausverkauf, speziell an frisch geschiedene Germanen oder ältliche Unternehmer mit Zweit- frau (gerne auch aus dem Osten) lief er auf Hochtouren. Aber langsam. Der Stocker war also im Begriff, sich was auf- zubauen. Gewohnt haben sie damals noch zur Miete in ei- ner alten Finca. Nicht, dass sie arm waren – sie waren nur nicht reich. Sein allererster Kontakt war sein Nachbar John, Joe Dogs, genau gesagt. Ein Ex-Buchmacher aus Manches- ter. Und einer der Bosse der örtlichen Manchester-Mafia. Das wusste der Stocker damals aber noch nicht. Der John hatte die Finca zum Berg hin, einen knappen Kilo- meter hinterm Stocker-Haus. Begegnet sind sich die beiden beim Hunde-Gassigehen. Der Stocker mit Riesenschnauzer Hirni, der sich immer noch gewundert hat, dass es hier so heiß ist, dass die Bäume den Hunden nachlaufen. Und von der anderen Seite der John, zwei Meter lang, 120 Kilo Kampfgewicht. Mit einem selbst- glühenden Dauersonnenbrand, somit weithin als Engländer erkennbar. An der Leine einen sichtlich größenwahnsinnigen Mops. Der Hirni hat den Mops angepisst, und der Stocker hat den John und seine Frau zum Essen eingeladen. Reiner Überlebensinstinkt, sozusagen. Die Rosi, die konnte Johns Frau (nette blonde Mitteleng- länderin, war wohl mal Miss Brighton oder so) vom ersten Moment an nicht leiden. War John und dem Stocker aber egal. Den Hunden auch: Der Hirni lag in der Ecke mit einem Weißbrot, und der Churchill, der Mops hatte inzwischen den Abfalleimer in der Küche gerammelt. Mit Hingabe und Zun- ge raus. Der Stocker, dem das sichtlich unangenehm war, tat sein Bestes, um die Oldhams mit seiner Kocherei zu beindru-

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