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Bildband Chiemgau

3 nach dem mysteriösenTod des Monarchen im Jahr 1886 nicht mehr vollendet, doch das fällt den Scharen von Besuchern aus der ganzen Welt kaum auf. Sie bestaunen vielmehr faszi- niert all den Prunk, der im Spiegelsaal mit ei- ner Länge von fast 100 Metern sein Versailler Vorbild sogar noch übertrifft. Im Jahre 1948, kurz nach dem Ende des zwei- ten Weltkriegs, wurde auf der Herreninsel dann noch einmal Geschichte geschrieben: Denn dort in der Abgeschiedenheit des„Alten Schlosses“ hoben renommierte Staatsrecht- ler, Professoren und Politiker die Verfassung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland aus derTaufe. Wer sich für Geschichte und Kultur interes- siert, wird natürlich nicht nur am Chiemsee fündig.Kirchen,Klöster,BurgenundSchlösser lassen sich in allen Ecken des Chiemgaus ent- decken. Sie sind die steingewordenen Zeugen einer wechselvollen Geschichte und prägen bis heute auch das Erscheinungsbild vieler Gemeinden. Diese Geschichte dokumentiert sich vor allem andenKirchen,dennimGegensatzzumwest- lichen Oberbayern wurde der Chiemgau viele Jahrhunderte vom Erzbistum Salzburg und später von Niederbayern geprägt. Erst nach demDreißigjährigenKriegkamendieEinflüsse mehrundmehrausMünchen.Dasistauchder Grund, warum man hier mehr gotische Spitz- türme als barocke Zwiebelhauben vorfindet. DanngibtesnatürlichstädtebaulicheKostbar- keiten wie etwa Wasserburg am nordwestli- chenRanddesChiemgaus. Eingebettetineine Schleife des Inn, hat es sein mittelalterliches Stadtbild bis heute nahezu perfekt bewahrt. Das Kontrastprogramm dazu liefert dann der SüdenmitdemNaturschutzgebietderChiem- gauer Alpen, deren höchste Erhebung, das Sonntagshorn, fast die 2OOO Meter-Marke erreicht. Und die dortigen Tourismuszentren wie Ruhpolding, Reit im Winkl oder Inzell sind bis in den hohen Norden Deutschlands bekannt, zumindest unter den Freunden des Wintersports. Kein Wunder also, dass sich in unserem Land kaum eine andere Regi- on findet, die auf einem relativ begrenzten Raum eine so beindruckende landschaftliche Vielfalt in sich vereint wie der Chiemgau. Eine so schöne Gegend weckte schon immer Begehrlichkeiten, denn viele wollen hier nicht nur ihren Urlaub verbringen, sondern am liebsten gleich ganz sesshaft werden. Die Folge ist ein extremer Nutzungs- und Erschließungsdruck, der zur Ausweisung im- mer neuer Wohn- und Gewerbegebiete und damit zu immer weiterer Zersiedelung führt. Viele bemerken dies kaum, denn die herrliche Landschaft kompensiert vieles. Doch schon vor etlichen Jahren hat Hans Heyn, einer der bedeutendsten Kenner und Chronisten von Kultur und Geschichte des Chiemgaus, einen eindringlichen Appell an alle Verantwortli- chengesandt.Eswird,somahnteer,nichtder Bürgermeister oder Gemeinderat bleibenden Eindruck hinterlassen, der immer nur dem Wachstum huldigt, sondern jener, der den Charakter und die Seele eines Dorfes zu be- wahren versucht. EinUmdenkenistvielerortserkennbar.Immer mehr Chiemgauern wird bewusst, dass diese einzigartige Landschaft ihr größtes Kapital ist. Und so bleibt zu hoffen, dass ihnen der schwierige Spagat zwischen Bewahren und Ver­än­­dern noch gelingen wird. |

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