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Kulinarisch MUC-SZ

10 II FREUDEN FÜR AUGE, SEELE UND GAUMEN Freuden für Auge,Seele und Gaumen Anleitung für Genusstouren zwischen München und Salzburg M ünchen und Salzburg – zwei Weltstädte mit unverwech- selbarem Flair, einem groß- artigen Kulturangebot und zahlreichen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Es soll Leute geben, die setzen sich, um von der einen in die andere zu gelangen, einfach ins Auto und brausen auf der A8 an ihr Ziel. Ohne nach links oder rechts zu schauen. Das wollen wir nicht tun. Wir plädie- ren für den Umweg, die Pausen, die Langsamkeit. Um von der Landschaft, die wir unterwegs durchfahren, mög- lichst viel mitzubekommen. Wir wol- len dazu verführen, vielleicht zunächst eine Richtung zu nehmen, die uns gar nicht auf direktem Weg in die nächste Metropole bringt. Von München aus erst einmal in Richtung der Berge, sodass wir am Tegernsee oder Schliersee lan- den. In Richtung Osten können wir uns danach immer noch orientieren. Es müssen aber nicht unbedingt die Berge sein. Fahren wir doch einmal von München aus scheinbar sinnlos eher nordöstlich als östlich, in Richtung Erding, und dann weiter in die Gegend von Dorfen, Mühldorf am Inn und Altötting. Nachdem wir das flache Land um München hinter uns gelassen haben, kommen wir erst in ein beschau- liches Hügelland und später in ge- schichtsträchtige Orte am Inn. Von dort könnte man dann den Rupertiwinkel, den Teil Bayerns, der über eine lange Phase seiner Geschichte zu Salzburg gehört hat, von Nord nach Süd durch- queren und dabei dem Waginger See einen Besuch abstatten und uns in Laufen umsehen, wo ein Abstecher zur Stille-Nacht-Kapelle am anderen Salzachufer nicht fehlen darf. Oder erinnern wir uns daran, dass die alte Haupthandelsstraße zwi- schen München und Salzburg über Wasserburg am Inn führte. Diese male- risch in einer Innschleife gelegene Stadt mit ihrer noch in weiten Teilen mittel- alterlichen Anlage ist immer einen Besuch wert. Auf dem Weg dorthin kann man in Ebersberg Station machen, und anschließend lässt sich noch gut ein Schlenker nach Rott am Inn mit seiner herrlichen Rokokokirche anhängen. Wir nehmen nicht die Hauptstraßen. Dort muss man sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren, und es wird schwierig, einmal einfach am Straßenrand zu halten, um zu schauen und sich am Schauen zu freuen. Hat man es doch geschafft, brausen neben einem die Lkws vorbei und hüllen einen in Wolken von Staub und Abgasgestank. Nehmen wir also bewusst die kleinen Sträßchen, wo man einfach dahinbum- meln kann, ohne gleich angehupt zu werden, und Dinge sieht, die man an- sonsten nie im Leben gesehen hätte. Wechseln wir auch einmal das Verkehrsmittel. Vom Auto aus über- sieht man das von Rosen umrankte Feldkreuz oder die Totenbretter am Wegesrand allzu leicht. Radwandern ist ja inzwischen ganz groß in Mode gekommen – und das völlig zu Recht! Wer eine Landschaft mit allen Sinnen »erfahren« will, tut das am besten im Sattel eines Fahrrads, wo ihm der Wind um die Nase weht, wo er die blühenden Obstbäume am Hang nebenan nicht nur sieht, sondern auch riecht, und wo ihm ein Passant auch einmal ein nettes oder witziges Wort zuruft. Denken wir auch daran, dass man nicht nur in den Bergen wandern kann, und erkunden wir das Land in der Fortbewegungsart, für die der Mensch ja eigentlich ge- schaffen ist: zu Fuß! Benutzen wir auch einmal die öffentli- chen Verkehrsmittel. Nicht aus schlech- tem Gewissen wegen der Umwelt, sondern weil es schöner sein kann als

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